{"id":253,"date":"2012-03-24T14:14:40","date_gmt":"2012-03-24T14:14:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.phil.hhu.de\/dgi2012\/?p=253"},"modified":"2015-02-03T11:42:25","modified_gmt":"2015-02-03T11:42:25","slug":"datenbanken-und-bibliotheken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.phil.hhu.de\/dgi2012\/datenbanken-und-bibliotheken\/","title":{"rendered":"Datenbanken und Bibliotheken"},"content":{"rendered":"<p>Session 12 war eine der letzten beiden Sessions der DGI 2012 in D\u00fcsseldorf.<br \/>\nEs wurden drei Vortr\u00e4ge zum Thema Datenbanken und Bibliotheken pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Den ersten Vortrag hielt Rudolf Mumenthaler von der Bibliothek der ETH Z\u00fcrich. Es wurde dar\u00fcber berichtet, wie die ETH-Bibliothek verschiedene Arten von Social Media einsetzt.<\/p>\n<p>Ziele und Hoffnungen der Bibliothek waren direkte Ansprache der Kunden, Feedback und Interaktion mit den Kunden zu erm\u00f6glichen und &#8211; nicht zuletzt &#8211; auch das hartn\u00e4ckige Vorurteil der verstaubten Bibliothek vergessen zu machen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die ersten sozialen Medien, die die ETH-Bibliothek eingesetzt hat, waren zwei unterschiedliche Blogs.<br \/>\nDas eine ist eine interaktive Sammlungsbeschreibung, wo jede Woche ein Beitrag \u00fcber ein Dokument der Spezialsammlungen ver\u00f6ffentlicht wird. Das andere ein Beitrag zur Diskussion aktueller Entwicklungen in den Bereichen Informationstechnologie und Bibliotheken.<\/p>\n<p>Facebook war das n\u00e4chste Medium, was dazu kam.<br \/>\nDas Ziel der Einrichtung einer Facebook-Seite f\u00fcr die ETH-Bibliothek bestand darin, eine neue Plattform und neue Kommunikationswege vor allem den Studierenden der ETH Z\u00fcrich anzubieten.<br \/>\nDie Erfahrungen mit der Facebook-Seite waren durchaus positiv: Sehr beliebt ist die Funktion \u201eGef\u00e4llt mir\u201c, womit man sich als \u201eFan\u201c einer Seite oder der dahinter stehenden Institution \u201eoutet\u201c. Intensiv wird die M\u00f6glichkeit genutzt, Mitteilungen ohne Kommentar mit dem Button \u201eGef\u00e4llt mir\u201c weiter zu empfehlen. Es gibt sehr wenige Kommentare \u00fcber diesen Kanal<br \/>\nWas man festgestellt hat, war dass die Studierenden nicht so aktiv waren wie gehofft.<\/p>\n<p>Als zus\u00e4tzlicher Kommunikationskanal der ETH-Bibliothek wurde ein Twitter-Konto eingerichtet. Auf Twitter werden alle News und alle Blogbeitr\u00e4ge der ETH-Bibliothek ver\u00f6ffentlicht, auch die Stellenausschreibungen. Die entsprechenden RSS-Feeds werden \u00fcber das Tool Twitterfeed eingebunden. Twitter spielt auch eine Rolle in der Notfallkommunikation. Die meisten Follower stammen eher aus dem Umfeld der Bibliotheken, die sich \u00fcber die Aktivit\u00e4ten der ETH-Bibliothek informieren.<\/p>\n<p>Das j\u00fcngste Kind in der Reihe der verwendeten Social Media Dienste ist Google+. Dazu konnte noch nicht so viel berichtet werden. Es werden aber bereits schon Beitr\u00e4ge von Personen in die Kreise gebracht. Es gibt bereits 111 Kreise.<\/p>\n<p>Ebenfalls wird Foursquare verwendet. Foursquare verbindet die Funktionen eines sozialen Netzwerks und ortsbasierter Information mit spielerischen Elementen. Als Nutzer kann man an Orten in der N\u00e4he \u201eeinchecken\u201c und Tipps hinterlassen oder Informationen zum Ort abrufen. Die ETH-Bibliothek hat sog. \u201evenues\u201c, also Orte, f\u00fcr ihre verschiedenen Standorte angelegt und mit den korrekten Angaben zu Adresse und Kontakt versehen. Auch Informationen \u00fcber abweichende \u00d6ffnungszeiten werden hinterlegt. Interessant f\u00fcr Bibliotheken ist ein ortsbasierter Auskunftsdienst, wie z.B. Localmind, den Foursquare bietet.<br \/>\nDie ETH-Bibliothek betreibt ein aktives Social-Media-Monitoring, um reagieren zu k\u00f6nnen, wenn \u00fcber die Institution in der \u00d6ffentlichkeit diskutiert wird. Um eingreifen zu k\u00f6nnen, gibt es eine Social Media Policy.<br \/>\nDie Bibliothek informiert ihre Benutzer dar\u00fcber, wie sie mit Kommentaren und Feedback umgeht oder welche Beitr\u00e4ge gel\u00f6scht werden. Sie enth\u00e4lt auch Richtlinien f\u00fcr ihre Mitarbeitenden im Umgang mit sozialen Medien.<\/p>\n<p>Es ist wichtig, dass die Publikation von Informationen \u00fcber die verschiedenen Kan\u00e4le koordiniert wird.<br \/>\nAn der ETH-Bibliothek ist eine Organisationseinheit f\u00fcr die gesamte Kommunikation zust\u00e4ndig. Technisch sind die aktuellen Meldungen \u00fcber die Homepage mit den sozialen Medien (Facebook und Twitter) automatisch verbunden, so dass sie in der Regel nur einmal eingegeben werden m\u00fcssen. Leider ist die Synchronisation \u00fcber kostenlose Dienste nicht immer zuverl\u00e4ssig und muss manchmal wieder mit neuen Tools eingerichtet werden.<\/p>\n<p>Die ETH-Bibliothek hat 2010 eine Benutzerumfrage auf virtuellen Kan\u00e4len (Facebook und Twitter) durchgef\u00fchrt, um ihre Kunden \u00fcber die Nutzung von sozialen Medien allgemein und die entsprechenden Dienste der ETH-Bibliothek speziell zu befragen. Bei externen Nutzern der ETH-Bibliothek gab es 87%, die das Angebot nicht kannten und dementsprechend es auch nicht nutzten.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend wurde erl\u00e4utert, dass soziale Medien beachtet und genutzt werden. Es ist jedoch eine schwierige Aufgabe, die Zielgruppe zu erreichen.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sentationsfolien finden Sie hier: <a href=\"http:\/\/dgi-info.informationsassistent.de\/images\/Konferenz2012\/Vortr%C3%A4ge\/Session%2012_Mumenthaler.pdf\">pdf<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der zweite Vortrag wurde von Milo\u0161 Jovanovi\u0107 gehalten. Er befasste sich mit der Erstellung eines Institutionsthesaurus zur Bestimmung der Forschungsorientierung wissenschaftlicher Themen und Technologien.<\/p>\n<p>In dem Vortrag wurden Konzeption, Aufbau und Inhalt eines Institutionsthesaurus vorgestellt, der dieses Problem l\u00f6sen soll.<br \/>\nEs wurde auf die Methode eingegangen, wie der Thesaurus erstellt und bef\u00fcllt wird.<br \/>\nIn einem Workflow wurde gezeigt, wie das ganze abl\u00e4uft. D.h. die Einordnung der Institutionen wurde halbautomatisch durchgef\u00fchrt. Zun\u00e4chst wurden aus dem Web of Science alle f\u00fcr ein wissenschaftliches oder technologisches Thema relevanten Publikationen heruntergeladen.<br \/>\nMit den Perl-Skripten \u201eBibAnalyse\u201c und \u201eDataClean\u201c wurde das Feld, in welchem die Institutionszugeh\u00f6rigkeit der Autoren dieser Publikationen indexiert ist, analysiert und aufbereitet.<br \/>\nMit dem Perl-Skript \u201eXCatInst\u201c werden Daten halbautomatisch Kategorien zugewiesen. \u00dcbrige Institutionen werden manuell eingeordnet.<br \/>\nMit diesen Informationen konnte der Thesaurus erstellt werden. Sobald alle Institutionen eines Themas einer Kategorie zugeordnet sind, wird die Analyse mit \u201eBibAnalyse\u201c wiederholt. Jetzt kann das Skript die Anzahl der Publikationen pro Kategorie f\u00fcr jedes Jahr ausgeben. Diese Zahlen werden in drei Gruppen eingeteilt:<\/p>\n<ul>\n<li>grundlagenorientiert (Universit\u00e4ten, Nationale Forschungsinstitute, Akademien der Wissenschaften, Forschungszentren, Museen)<\/li>\n<li>gemischte Orientierung (Wissenschaftliche Gesellschaften, Sonstige)<\/li>\n<li>Anwendungsorientierung (Milit\u00e4rische Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Technische Universit\u00e4ten, Technische Fachhochschulen, Technische Institute\/Institute angewandter Forschung, Medizinische Forschungseinrichtungen (Hospit\u00e4ler, Krankenh\u00e4user etc.)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Schluss wurden dann drei Anwendungsbeispiele zur Institutionsanalyse anhand der Themen \u201eStringtheorie\u201c, \u201eBiodiesel\u201c und \u201eSph\u00e4rische Fullerene\u201c gezeigt.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sentationsfolien finden Sie hier: <a href=\"http:\/\/dgi-info.informationsassistent.de\/images\/Konferenz2012\/Vortr%C3%A4ge\/Session%2012_Jovanovic.pdf\">pdf<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Institutionsanalyse kann interessante Aspekte einer Technologie beschreiben. Beim Thema \u201eSph\u00e4rische Fullerene\u201c konnte beobachtet werden, dass der Anteil der Institutionen mit Grundlagenorientierung langsam aber stetig abnimmt. Dies k\u00f6nnte daf\u00fcr sprechen, dass das Thema nicht nur in der Forschung sondern in der konkreten Produktentwicklung interessant wird. Mit dieser Information k\u00f6nnen Entscheidungstr\u00e4ger aus Politik, Forschung und Industrie zum Beispiel m\u00f6gliche F\u00f6rdergelder oder Investitionen f\u00fcr zuk\u00fcnftige Forschungsprojekte gezielt und auf Basis bibliometrischer Erkenntnisse einsetzen.<\/p>\n<p>Der dritte Vortrag wurde von Philipp Schaer (GESIS) gehalten. Er befasste sich mit anwendungsspezifischen Suchtermvorschl\u00e4gen und wie diese aus OAI-Metadaten generiert werden k\u00f6nnen.<br \/>\nZur Unterst\u00fctzung soll den Benutzern nicht nur das Wort bei der Suche vervollst\u00e4ndigt werden, es sollen weiterhin semantisch relevante Terme vorgeschlagen werden. Mit Hilfe eines solchen Dienstes soll die Retrievalfunktionalit\u00e4t beim Suchprozess unterst\u00fctzt werden.<br \/>\nDazu wurden drei Anwendungsf\u00e4lle vorgestellt:<\/p>\n<ul>\n<li>Such-Term-Empfehlung f\u00fcr die manuelle Erweiterung der Suchanfrage,<\/li>\n<li>automatische Erweiterung der Suchanfrage und<\/li>\n<li>Tag Cloud Generierung,<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei einer Retrievalvaluation mit ca. 180 Teilnehmern wurden die Suchterm-Empfehlungen getestet. Dabei konnte festgestellt werden, dass es bei den Wissenschaftlern keinen Anstieg der Precision, da diese \u00fcber das n\u00f6tige Fachvokabular verf\u00fcgen. Bei den Studierenden konnte jedoch eine Verbesserung der Precision um 10% festgestellt werden. Es wird angenommen, dass bei den Studierenden das Wissen um das n\u00f6tige Fachvokabular weniger ausgepr\u00e4gt ist und daher diese Verbesserung zu Stande kommt.<\/p>\n<p>Die aktuelle L\u00f6sung basiert auf kommerzieller Software, daher sind Weitergabe und Anpassung schwierig. Es ist daher das Ziel, eine auf freier Software basierende L\u00f6sung zu schaffen, die somit anpasspar und frei verf\u00fcgbar sein wird.<\/p>\n<p>Im Anschluss wurde der Workflow des Systems an einem Beispiel gezeigt, bei dem semantisch \u00e4hnliche Suchterme vorgeschlagen wurden.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sentationsfolien finden Sie hier: <a href=\"http:\/\/dgi-info.informationsassistent.de\/images\/Konferenz2012\/Vortr%C3%A4ge\/Session%2012_Schaer.pdf\">pdf<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Session 12 war eine der letzten beiden Sessions der DGI 2012 in D\u00fcsseldorf. Es wurden drei Vortr\u00e4ge zum Thema Datenbanken und Bibliotheken pr\u00e4sentiert. 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