{"id":285,"date":"2012-03-25T12:52:43","date_gmt":"2012-03-25T12:52:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.phil.hhu.de\/dgi2012\/?p=285"},"modified":"2015-02-03T11:42:25","modified_gmt":"2015-02-03T11:42:25","slug":"keynote-3-entwicklungsperspektiven-der-wissenschaftlichen-informationsinfrastruktur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.phil.hhu.de\/dgi2012\/keynote-3-entwicklungsperspektiven-der-wissenschaftlichen-informationsinfrastruktur\/","title":{"rendered":"Keynote 3 &#8211; \u201eEntwicklungsperspektiven der wissenschaftlichen Informationsinfrastruktur\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der zweite und letzte Tag der DGI Konferenz in D\u00fcsseldorf wurde in aller Fr\u00fche durch die dritte Keynote mit dem Titel \u201eEntwicklungsperspektiven der wissenschaftlichen Informationsinfrastruktur\u201c durch Marc Rittberger, Direktor des Deutschen Instituts f\u00fcr Internationale P\u00e4dagogische Forschung (DIPF), er\u00f6ffnet. Trotz der Uhrzeit, die nach dem erfolgreichen Gesellschaftsabend in der Nacht zuvor f\u00fcr einige leicht verschlafene Gesichter sorgte, waren alle Pl\u00e4tze besetzt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nach einer kurzen Anmoderation von Stefan Gradmann (Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin) wurde es ernst. Angefangen bei der blauen Liste stellte Marc Rittberger anschaulich den \u00dcbergang zur Informationsinfrastruktur dar. Eine besonders wichtige Rolle spielt hier die KII (Kommission Zukunft der Informationsinfrastruktur), welche vom Pr\u00e4sidium der Leibniz-Gemeinschaft im Jahr 2009 berufen wurde.<\/p>\n<p><strong>KII<\/strong><\/p>\n<p>Die KII setzt sich aus 135 Personen von 54 verschiedenen Institutionen zusammen, die ein Expertengremium bilden. Innerhalb von 15 Monaten entwickelten diese ein Gesamtkonzept f\u00fcr die Informationsinfrastruktur in Deutschland, in welchem sie notwendige Ma\u00dfnahmen und strukturelle Ver\u00e4nderungen vorstellen. Den Begriff <em>Informationsinfrastruktur<\/em> sehen sie als \u201enationales, disziplin\u00fcbergreifendes Netz von Einrichtungen\u201c an, welches unbedingt notwendig ist und die Versorgung von Wissenschaft und Forschung mit Informationen und Dienstleistungen zur Aufgabe hat. Als Ziel des Gesamtkonzepts nannte Rittberger die Definition von Strukturen, Prozesse, Koordination und die Beschreibung einer \u201eIdeallandschaft\u201c. Hierbei treten jedoch viele Probleme, wie die unbekannte Erwartung der Nutzer an die Informationsinfrastruktur und die Ressourcenabsch\u00e4tzung auf.<br \/>\nDas KII definierte acht disziplin- und institutions\u00fcbergreifenden Handlungsfelder, welche von Rittberger kurz beleuchtet wurden. Die Handlungsfelder sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Lizenzierung<\/li>\n<li>Hosting \/ Langzeitarchivierung<\/li>\n<li>Nichttextuelle Materialien<\/li>\n<li>Retrodigitalisierung \/ kulturelles Erbe<\/li>\n<li>Virtuelle Forschungsumgebungen<\/li>\n<li>Open Access<\/li>\n<li>Forschungsdaten<\/li>\n<li>Informationskompetenz \/ Ausbildung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Um ein f\u00fcr alle verst\u00e4ndliches Beispiel zu pr\u00e4sentieren, ging er schlie\u00dflich auf den Punkt <em>Open Access<\/em> genauer ein. Open Access hat den Anspruch den Zugang zu Forschungsergebnissen zu erm\u00f6gliche. Hierf\u00fcr m\u00fcssen jedoch die Nutzerbed\u00fcrfnisse beachtet und vor allem Barrieren der Wissenschaftsdisziplinen beseitigt werden, die oftmals zu einem versiegen des Informationsflusses f\u00fchren.<br \/>\nAnschlie\u00dfend pr\u00e4sentierte der Sprecher die verschiedenen Empfehlungen der KII zu den Punkten Organisation, Finanzen, Technik und Recht im Bereich Open Access.<\/p>\n<p>Besonders hob Rittberger die Forderung der KII hervor einen Rat f\u00fcr Informationsinfrastruktur zur Beratung von Bund und L\u00e4ndern einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Insgesamt l\u00e4sst sich sagen, dass die KII viele Themen beleuchtet, diese jedoch unterschiedlich stark gewichtet. Au\u00dferdem waren zwar viele Akteure beteiligt, dennoch handelt es sich hier eher um eine institutionell gepr\u00e4gte Sichtweise, da es wenig Nutzerpartizipation gab.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend zu der Einsch\u00e4tzung der KII verfasste der Wissenschaftsrat (WR) ebenfalls eine Einsch\u00e4tzung.<\/p>\n<p><strong>WR<\/strong><br \/>\nDas Gutachten des Wissenschaftsrats begr\u00fcndet sich auf einer Verallgemeinerung dreier Einzelgutachten (Verb\u00fcnde, Geistes- und Sozialwissenschaften, wissenschaftliche Sammlungen), wobei Rittberger kritisierte, dass nationale Informationsinfrastruktureinrichtungen nicht evaluiert wurden. Der WR liefert sehr konkrete Vorschl\u00e4ge in Form von vier Pr\u00e4missen:<\/p>\n<ul>\n<li>Finanzierung<\/li>\n<li>Planung<\/li>\n<li>Organisation von Informationsinfrastrukturen<\/li>\n<li>Nutzbarkeit und Nutzen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es wird eine bessere Koordination der F\u00f6rderung und eine Einbindung in die Lehre gefordert. Au\u00dferdem sehen die Mitglieder des Wissenschaftsrates die Hochschulen als wichtige Tr\u00e4ger der Informationsinfrastruktur. Insgesamt soll eine Vernetzung von Informationsinfra\u00adstrukturen mit der aktuellen Forschung stattfinden.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend stellte Rittberger die Neuausrichtungen vor. Er favorisierte hierbei eine Strukturierung anhand der Dienste in Bezug auf die Datentypen<\/p>\n<ul>\n<li>Lit.und bibliographische Daten<\/li>\n<li>Forschungsdaten<\/li>\n<li>Sammlungen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Struktur und Ausblick<\/strong><\/p>\n<p>In einem Ausblick auf zuk\u00fcnftige Schritte wurde zun\u00e4chst die Erstellung eines Gesamtgutachtens und die Einf\u00fchrung eines Informationsrates als Steuerungsgremium genannt. Au\u00dferdem soll die Nutzereinbindung erh\u00f6ht werden und es wurde erkannt, dass forschungsbasierte Dienstleistungen in Leibniz notwendig sind, so dass die Strukturen umgestellt werden und eigene Forschungsschwerpunkte ausgebaut werden sollen (siehe Gesis usw.). Als weiterer wichtiger Aspekt wurde die M\u00f6glichkeit der Institutionalisierung von Infrastrukturen genannt.<\/p>\n<p><strong>Beispiele<\/strong><\/p>\n<p>Zum Abschluss pr\u00e4sentierte Rittberger noch zwei Beispiele aus der aktuellen Forschung, die sich an Lehrer richten: das Bildungswiki (http:\/\/wiki.bildungsserver.de\/index.php\/Hauptseite) und Edutags (http:\/\/www.edutags.de\/).<\/p>\n<p>Edutags enth\u00e4lt viele Lehr- und Lernmaterialien, die eine nationale Kooperation der Lehrer erm\u00f6glichen. Zus\u00e4tzlich stellt das System eine sinnvolle Erweiterung f\u00fcr moodle dar. Es bietet mit Hilfe von Bookmarking, Tagging und verschiedenen Retrievalvarianten (tag-Clouds, Volltextsuche etc.) die M\u00f6glichkeit Lehrmaterialien zu verwalten und zu finden.<\/p>\n<p>Als weiteres Projekt stellte Rittberger das SMW (Semantic Media Wiki) vor. Hier wird momentan eine virtuelle Forschungsumgebung mit einer integrierten Bibliothek entwickelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der zweite und letzte Tag der DGI Konferenz in D\u00fcsseldorf wurde in aller Fr\u00fche durch die dritte Keynote mit dem Titel \u201eEntwicklungsperspektiven der wissenschaftlichen Informationsinfrastruktur\u201c durch Marc Rittberger, Direktor des Deutschen Instituts f\u00fcr Internationale P\u00e4dagogische Forschung (DIPF), er\u00f6ffnet. 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