{"id":35,"date":"2024-03-21T01:40:00","date_gmt":"2024-03-21T00:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.phil.hhu.de\/jobel\/?p=35"},"modified":"2024-03-21T01:40:13","modified_gmt":"2024-03-21T00:40:13","slug":"wenn-du-solche-freunde-hast-das-urteil-von-franz-kafka","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.phil.hhu.de\/jobel\/2024\/03\/21\/wenn-du-solche-freunde-hast-das-urteil-von-franz-kafka\/","title":{"rendered":"&#8222;Wenn du solche Freunde hast&#8230;&#8220; \u2013 Das Urteil von Franz Kafka"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vieles bleibt r\u00e4tselhaft an Franz Kafkas <em><a href=\"https:\/\/play.google.com\/store\/books\/details?id=SVcTAAAAQAAJ&amp;rdid=book-SVcTAAAAQAAJ&amp;rdot=1\">Das Urteil<\/a><\/em>: Wie verschlie\u00dft man in &#8222;spielerischer<em> <\/em>Langsamkeit&#8220;\u00a0einen Brief? Denkt er bei dem &#8222;unendlichen<em> <\/em>Verkehr&#8220; des Endes wirklich an einen Samenerguss, wie Brod behauptet? Und was bedeutete das f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des folgenden Satzes? Den Kafka wom\u00f6glich nur wenige Minuten, bevor er anfing, <em>Das Urteil<\/em> zu schreiben, an seine Verlobte Felice Bauer schrieb.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sonntag will ich mich dar\u00fcber, wenn die Zeit und die F\u00e4higkeit da sein sollte, ordentlich vor die ergie\u00dfen und Du magst dann die H\u00e4nde im Schoos die gro\u00dfe Bescherung ansehn.<\/p>\n<cite>Franz Kafka an Felice Bauer, 22.\/23. September 1912<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und warum folgt Georg dem Urteil seines senilen Vaters eigentlich?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine Frage des Urteils: Wer ist der Freund?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben diesen Fragen ist es vor allem die nach dem Freund, die interessiert. Wer ist dieser Freund, der sich vor allem dadurch auszeichnet, dass er nicht da ist?\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eingef\u00fchrt wird der Freund als \u201esich im Ausland befindende[r] Jugendfreund\u201c. Sp\u00e4ter hei\u00dft es, dass \u201edieser Freund, mit seinem Fortkommen zu Hause unzufrieden, vor Jahren schon nach Ru\u00dfland sich f\u00f6rmlich gefl\u00fcchtet hatte\u201c . Die Korrespondenz zwischen Georg und Freund wird unregelm\u00e4\u00dfig und aus irgendeinem Grund scheut Georg sich, dem Freund zu er\u00f6ffnen, dass er sich verlobt hat. Vielleicht nur, weil es dem Freund so ungemein dreckig da dr\u00fcben in Russland geht:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun betrieb er ein Gesch\u00e4ft in Petersburg, das anfangs sich sehr gut angelassen hatte, seit langem aber schon zu stocken schien [&#8230;]. So arbeitete er sich in der Fremde nutzlos ab, der fremdartige Vollbart verdeckte nur schlecht das [&#8230;] Gesicht, dessen gelbe Hautfarbe auf eine sich entwickelnde Krankheit hinzudeuten schien.<\/p>\n<cite>Drucke zu Lebzeiten, 43 f.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber es gibt Hoffnung, denn immerhin wird er, falls seine Krankheit tats\u00e4chlich etwas ernstes sein sollte, niemandem damit zur Last fallen. Denn:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie er erz\u00e4hlte, hatte er keine rechte Verbindung mit der dortigen Kolonie seiner Landsleute, aber auch fast keinen gesellschaftlichen Verkehr mit einheimischen Familien und richtete sich so f\u00fcr ein endg\u00fcltiges Junggesellentum ein.<\/p>\n<cite>ebd., 44<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck k\u00f6nnte man sagen. Andererseits hat der Freund in Georg aber ein echtes <a href=\"https:\/\/blogs.phil.hhu.de\/jobel\/2024\/03\/18\/einstuerzende-neubauten-die-doors-in-cool\/\">Juwel von Buddy<\/a>. Einen, auf den man sich so richtig verlassen kann, der sich sowas denkt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was sollte man einem solchen Manne schreiben, der sich offenbar verrannt hatte, den man bedauern, dem man aber nicht helfen konnte.<\/p>\n<cite>ebd.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wobei das fehlende Fragezeichen am Ende dieses Satzes eine deutliche Antwort auf die \u2013 rhetorische \u2013 Frage gibt. Aber in Gregors Kopf werden dann doch ein paar Fragen durchgespielt. Das hei\u00dft: 1. gestellt, 2. widerlegt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte man ihm vielleicht raten, wieder nach Hause zu kommen [?]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2013 Das bedeutete aber nicht anderes, als da\u00df man ihm gleichzeitig sagte [&#8230;], da\u00df seine bisherigen Versuche mi\u00dflungen seien, da\u00df er endlich von ihnen ablassen solle, da\u00df er zur\u00fcckkehren und sich als ein f\u00fcr immer Zur\u00fcckgekehrter von allen mit gro\u00dfen Augen anstaunen lassen m\u00fcsse [&#8230;] und da\u00df er ein altes Kind sei [.]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und war es dann noch sicher, da\u00df alle die Plage, die man ihm antun m\u00fc\u00dfte, einen Zweck h\u00e4tte?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2013 Vielleicht gelang es nicht einmal, ihn \u00fcberhaupt nach Hause zu bringen [&#8230;] und so bliebe er dann trotz allem in seiner Fremde, verbittert [&#8230;] und den Freunden dann noch ein St\u00fcck mehr entfremdet.<\/p>\n<cite>ebd., 44 f.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, und jetzt stelle man sich folgendes vor:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Folgte er aber wirklich dem Rat und w\u00fcrde hier \u2013 nat\u00fcrlich nicht mit Absicht, aber durch die Tatsachen \u2013 niedergedr\u00fcckt, f\u00e4nde sich nicht in seinen Freunden und nicht ohne sie zurecht, litte an Besch\u00e4mung, h\u00e4tte jetzt wirklich keine Heimat und keine Freunde mehr&#8230;<\/p>\n<cite>ebd., 45<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Antwort erfolgt auch am Ende dieser Selbstberuhigung durch (diesmal sogar zwei) rhetorische Fragen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[W]ar es da nicht viel besser f\u00fcr ihn, er blieb in der Fremde, so wie er war? Konnte man denn bei solchen Umst\u00e4nden daran denken, da\u00df er es hier tats\u00e4chlich vorw\u00e4rts bringen w\u00fcrde?<\/p>\n<cite>ebd.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der mitf\u00fchlende, um seinen alten Jugendfreund ernsthaft besorgte Georg hat also allen Grund, ihn, den Freund, genau dort zu belassen, wo er ist: zwei, drei L\u00e4nder weiter, hinter einem Vollbart versteckt und hoffentlich todkrank. Das gr\u00f6\u00dfte Problem n\u00e4mlich, das Georg gegen\u00fcber dem Freund zu haben scheint, ist, dass Georg leider erfolgreich ist, im Gesch\u00e4ft und im sexuellen Bereich. Ich glaube Wilhelm Reich w\u00fcrde sagen, das geh\u00f6rt zusammen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Urteil: Geschichte eines b\u00fcrgerlichen Erfolgs<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Georg ist also angekommen in der b\u00fcrgerlichen Sph\u00e4re und daf\u00fcr musste er noch nichtmal in die Fremde ziehen. Alles, was Georg tun musste, war nicht dar\u00fcber verzweifeln, dass seine Mutter starb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesch\u00e4ft, das Georg sich in der Folge unter den Nagel rei\u00dfen konnte, war das seines Vaters, der den Verlust seines assoziierten Sexualobjekts \u2013 Marx &amp; Reich \u2013 nicht so gut vertragen konnte. Woraus speiste sich die Macht des Vaters? Eine wohl eher vulg\u00e4rfreudsche Interpretation k\u00f6nnte wie folgt aussehen:<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Urteil: Der Sex der b\u00fcrgerlichen Kleinfamilie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die b\u00fcrgerliche Kleinfamilie konstituiert sich durch Sexualtabu f\u00fcr alle, die nicht Vater resp. Mutter sind, wobei allerdings anzuf\u00fcgen ist, dass der Mutter auch keine eigenst\u00e4ndige Sexualit\u00e4t zugestanden wird.  Der Vater bezieht seine Macht als Subjekt \u00fcber das Andere, das er sich untertan gemacht hat. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Andere ist die Frau, das Weibliche oder die Mutter. Allerdings hat dieses impertinente Weib die Unversch\u00e4mtheit aufgebracht, zu sterben. Auch eine Form von Matrilinearit\u00e4t in <em>Das<\/em> <em>Urteil<\/em>: Die v\u00e4terliche Macht stirbt mit der Mutter. Nun sitzt er Sohn am \u2013 pardon \u2013 Hebel.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Herr Bendemann: Vernachl\u00e4ssigung trotz Pflegestufe?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vernachl\u00e4ssigt Georg seinen Vater? Aber nein&#8230; Oder doch?\u00a0<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Georg staunte dar\u00fcber, wie dunkel das Zimmer des Vaters selbst an diesem sonnigen Vormittag war. Einen solchen Schatten warf also die hohe Mauer, die sich jenseits des schmalen Hofes erhob.<\/p>\n<cite>ebd., 50<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Exil des Vaters: Ort, an den man das verschiebt, das es hinter sich hat.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und tats\u00e4chlich: der Vater kann nicht mehr, das Lesen f\u00e4llt ihm schwer, der Appetit ist weg, der Lack ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber da ist doch noch etwas, auf das der Vater bauen k\u00f6nnte:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eAh, Georg!\u201c sagte der Vater und ging ihm gleich entgegen. Sein schwerer Schlafrock \u00f6ffnete sich im Gehen, die Enden umflatterten ihn \u2013 \u201emein Vater ist noch immer ein Riese\u201c, dachte sich Georg.<\/p>\n<cite>ebd., 50<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Riesenhafte des Vaters kann man auf dessen K\u00f6rpergesamtgr\u00f6\u00dfe beziehen. Aber ein sich \u00f6ffenender Schafrock, dessen Enden flattern. Ich wei\u00df nicht so recht. Das ist schon, das klingt schon, das m\u00fcsste doch schon.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gregors Vater: &#8222;Immer noch ein Riese&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zumal der Vater in tutto wohl gar nicht so gro\u00df sein kann, wenigstens nicht riesig aus der Sicht von Georg:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf seinen Armen trug er den Vater ins Bett. Ein schreckliches Gef\u00fchl hatte er, als er w\u00e4hrend der paar Schritte zum Bett hin merkte, da\u00df an seiner Brust der Vater mit seiner Uhrkette spiele. Er konnte ihn nicht gleich ins Bett legen, so fest hielt er sich an dieser Uhrkette.<\/p>\n<cite>ebd., 55<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vater ist tragbar, sozusagen, und dabei, der Rock ist nat\u00fcrlich wieder zu, drehen sich die Rollen um. Gregor tr\u00e4gt den Vater. Der Vater infantilisiert sich. Ohnehin schon vergreist, verkindlicht er zusehends, spielt wie ein Baby an der Kette \u2013 fehlt nur, dass er an Gregors Zeigefinger saugte&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Anschluss muss Georg den Vater zudecken \u2013 ein Hinweis auf das baldige unter-die-Erde-Bringen? Oh ja! Nachdem der Vater zwei Mal fragt, ob er gut zugedeckt sei, springt er auf:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eNein!\u201c rief der Vater, da\u00df die Antwort an die Frage stie\u00df,warf die Decke zur\u00fcck mit einer Kraft, da\u00df sie einen Augenblick im Fluge sich ganz entfaltete, und stand aufrecht im Bett.<\/p>\n<cite>ebd., 56<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und vielleicht ist die Frage hier nicht\u00a0<em>wer<\/em>, sondern eher\u00a0<em>was<\/em>\u00a0da aufrecht im Bett steht.  Vielleicht der v\u00e4terliche Phallus im gar nicht so schrecklich symbolischen Sinne? Einer, der sich zu echter Riesengr\u00f6\u00dfe erhoben hat und dem Sohn durch seine schiere, ragende Existenz mit Kastration droht?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eAber den Vater mu\u00df gl\u00fccklicherweise niemand lehren, den Sohn zu durchschauen. Wie du jetzt geglaubt hast, du h\u00e4ttest ihn untergekriegt, so untergekriegt, da\u00df du dich mit deinem Hintern auf ihn setzen kannst und er r\u00fchrt sich nicht, da hat sich mein Herr Sohn zum Heiraten entschlossen.<\/p>\n<cite>ebd., 56<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gregor, der sich mit seinem Hintern auf seinen untergekriegten Vater gesetzt hat, damit er seine Verlobte ungest\u00f6rt beschlafen kann? Okay, dark.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Negative Satellitenm\u00e4nnchen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Aber immerhin: Vater und Freund wissen das zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber der Freund ist nun doch nicht verraten!&#8220; rief der Vater, und sein hin- und herbewegter Zeigefinger bekr\u00e4ftigte es. \u201eIch war sein Vetreter hier am Ort.\u201c<\/p>\n<cite>ebd., 57<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vater und <a href=\"https:\/\/lacan-entziffern.de\/kastration\/lrstll\/#Kastration\">Phallus<\/a> und Freund halten Georg von der Weiblichkeit ab. Und die wird als Verf\u00fchrung, als Ablenkung, als das Unwahre aufgefasst. Aber warum ist die Verlobte eigentlich Verrat am Freund? Und warum sagt die Verlobte:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn du solche Freunde hast, Georg, h\u00e4ttest du dich \u00fcberhaupt nicht verloben sollen.<\/p>\n<cite>ebd., 48<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich h\u00e4tte da so&#8217;ne Idee. Aber von der schreib ich&#8216; <a href=\"https:\/\/wordpress.com\/post\/textwandel.wordpress.com\/568\">ein andermal<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worum geht es eigentich in Franz Kafkas Das Urteil von 1912. Um einen fernen Freund, der fremd geworden ist? Um einen Selbstmord? 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