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Ein Fußball Derby und eine rohe Stadionwurst

Buongiorno ragazzi, guten Tag zusammen. Willkommen zu einer neuen Folge des Podcast der Studierenden der Fakultät Romanistik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Ich bin Wesley, bin 27 und komme aus Düsseldorf, die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen.

Heute erzähle ich euch über eine spannende Reise, die zwei Freunde in Mailand gemacht haben.

Darin werden Komposita vorkommen, die im Italienischen als Präpositionalkonstruktionen aufgebaut werden, los geht’s.

Es ist der 28. Februar 2022. Zwei Freunde, Gene und Lawrence, treffen sich am Düsseldorfer Flughafen, sie fliegen nach Mailand.

Dort wird nämlich am nächsten Tag eines der größten Klassiker im europäischen Fußball stattfinden; das Mailänder Derby ­„il Derby di Milano “, auch als „Derby della Madonnina“ bekannt.

Alle italienischen Zeitungen berichten schon davon: „oggi, la semifinale di andata di CoppaItalia A.C Milan contro l’FC Internazionale“, „heute, das PokalhalbfinalHinspiel A.C Milan gegen FC Internazionale“.

Zu der Zeit gab es in Italien noch die Coronaschutzmaßnahmen, eine Anreise war in sehr strengen Bedingungen möglich. Die Corona-Schutzimpfung wurde überall nachgefragt.

Am Flughafen Milano Malpensa war in jedem Geschäft zu lesen: „Tenere a portata di mano il certificato di vaccinazione”, damals musste nämlich der digitale Impfnachweis, was in Italien auch als Green Pass bekannt war, bei jeder Gelegenheit gezeigt werden. Wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, bin ich froh, dass die Notlage vorbei ist und wir jetzt gewisse Momente wieder genießen könne, wie das freie Reisen.

Aber nun zurück zu unseren Reisenden. Um kurz vor zwölf landeten sie am Flughafen Milano Malpensa, von dort aus nahmen sie den Bus in Richtung Innenstadt.

Es war ein sonniger Wintertag, es war kühl, es war schön.

Sie stiegen am Bahnhof aus und nahmen dort ein Taxi zum Hotel.

Sie kamen an, haben die nötigen Papiere gezeigt, der Rezeptionist daraufhin: „Ecco a Lei, le chiavi della stanza 411.“ Sie haben den Zimmerschlüssel genommen für das Zimmer 411 genommen und wollten wenig später auf Stadtbesichtigunggehen, dafür haben sie den Rezeptionisten nach Informationen gefragt, er hatte mehrere Prospekte mit der Aufschrift „visite della città“ gezeigt. Für zwei junge Reisende wie Gene und Lawrence waren die Angebote allerdings außerhalb des ihres Budgets. Sie laufen lieber durch Mailand, statt mit einem Sightseeing Bus zu fahren, es ist nachhaltiger und günstiger.

Beide sind aber nicht fürs Sightseeing in Mailand, nein… sie sind für das PokalhalbfinalHinspieldort. In jedem Kaffee ist das Spiel ein Thema, sie werden auch gefragt: „Allora, chi vince sta semifinale di andata di Coppa Italia“, beide waren sich unsicher, wer das Pokalhalbfinal-Hinspiel gewinnen würde, sie wollten ein schönes Spiel gucken mit vielen Toren, ein Spiel, das in die Geschichte eingehen würde.

Beide sind aufgeregt, freuen sich auf das Spiel und hoffen viel Spektakel sehen zu können.

Es wurde im Endeffekt aber nicht so, im Gegenteil, das Spiel ist 0:0 ausgegangen.

Nach diesem langweiligen Derby schlug Gene noch vor eine Stadionwurst zu essen, in Italien schmecken sie besonders lecker, weil sie im Brötchen mit verschiedenen Beilagen vorbereitet werden, mit einer Paprikasauce zum Beispiel, die auf italienisch peperonata heißt, es ist wirklich empfehlenswert. Die Schlange vor dem Food Truck schien unendlich, aber beide waren frustriert und hungrig, sie wollten was essen. Die Wartezeitwar sehr lang, darüber beschwerten sich die beiden mit anderen Fans und kamen so ins Gespräch: „il tempo d’attesa per una salsiccia è più deludente della partita stessa.“ „Die Wartezeitfür eine Wurst ist enttäuschender als das Spiel selbst.“

Sie waren an der Reihe: „Hallo, zwei Mal bitte, einmal mit Ketchup und einmal mit BBQ-Sauce, danke.“

Sie bekamen ihr Essen, sie freuten sich immens darauf, beißen rein, und merken:

„Hey, die ist doch roh… Das können wir nicht essen, wir werden krank.“

Das wäre die Höhe gewesen, nach Mailand zu fliegen, ein langweiliges Spiel zu schauen jetzt sogar eine beinahe Lebensmittelvergiftung, ihre Reise war einfach enttäuschend. Am nächsten Tag wurde es sogar als „eines der langweiligsten Derbys, die es je gab“ von den Zeitungen beschrieben. Dafür waren Gene und Lawrence aus Düsseldorf angereist.

Habt ihr auch schon eine ähnliche Reise gemacht, und in welchem Land?

Diese Reise war im Endeffekt ein Reinfall für die zwei Freunde, aber ich hoffe ihr habt etwas lernen können. Was war noch ein PokalhalbfinalHinspiel auf italienisch? Genau, „una semifinale di andata di Coppa“.

Zurück zur unangenehmen Coronazeit, wie hieß der Impfnachweis? Es hieß Green Pass, aber eigentlich heißt es „certificato di vaccinazione“, zu der Zeit war es von immenser Bedeutung.

Ich hoffe auch, dass ihr für eine Stadionwurst nie eine lange Wartezeithattet, aber zumindest wisst ihr wie es in Italien abläuft, währenddessen wird über das Spiel geredet und „il tempo d’attesa“ wird zum Thema. Ihr seid jetzt Experten, was Präpositionalkonstruktionen im Italienischen angeht, molto bene, bravi.

Das wars jetzt von mir, es war mir eine Ehre und eine Freude Euch Italien und die italienische Sprache näher bringen zu können. Das ist leider die letzte Folge dieser Staffel, ich bin mir allerdings sehr sicher, dass wir uns bald wieder hören werden. Bis dahin, wünsche ich Euch alles Gute ragazzi. Tanti saluti da Wesley, un abbraccio e ci sentiamo, alla prossima.

Ciao!

Wesley

Der 1000-Lira-Schein und das erstes „Weinglas“

Einen schönen Gruß an alle Hörer des gepflegten Podcasts „Italienisch der HHU“. Ich bin Manfred und möchte euch heute drei Begrifflichkeiten der italienischen Sprache in Form einer kleinen Begebenheit, quasi einer neuzeitlichen Episode mit leicht privatem Hintergrund beschreiben. Um welche Begriffe soll es hier nun gehen?

Der erste Begriff:  

„Banconota da 1000 lire“ = der 1000-Lira- Geldschein, ein Geldschein,

                                                der bis zur Einführung des Euro am   1.1.2002

                                                in Italien gültig war. Er entsprach in etwa 1 DM.

Ach ja, das ist ja auch schon wieder passé.

Also Heute in etwa 50 Cent, wofür man vor 45 Jahren so einiges bekam.—-

Der zweite Begriff:

„bicchiere da vino“ =  das Weinglas, nicht etwa ein Glas Wein.

Der dritte Begriff lautet: 

„bottiglia di birra“ =  eine Flasche Bier.

Ecco, womit die Italiener eine Geschichte zu beginnen pflegen:  —-

Epe ein kleiner Ort in Westfalen Mitte der 60er Jahre.—-

Da standen sie nun und ich hatte sie verwundert angesehen als kämen sie von einem anderen Stern. Fremde, Italiener.

Dass es sie gab, wusste ich schon, aber so in der Wirklichkeit bei uns in Epe, wo es doch noch nie Fremde gab, unglaublich —- die Familie Donatello aus Apulien in Italien, wo auch immer das sein mochte. Herr und Frau Donatello und ihre Söhne Marco und Luca, die in meinem Alter waren.

Da sie sehr sehr katholisch waren —- sie waren jeden Sonntag alle in der Kirche, in der sie sicherlich ausschließlich das Wort „Amen“ verstanden – und da Marco und Luca leidenschaftlich Fußball spielten, wurden wir Freunde und das Wort „calcio“ mein erstes Wort in der italienischen Sprache.—-

Am 28. Januar des folgenden Jahres, meinem Namenstag, gab es eine Überraschung. Ich erhielt ein Geschenk. Dazu muss man wissen, dass man in Italien den Namenstag und nicht den Geburtstag feierte.  Nebenbei erfuhr ich auch noch, dass der heilige Manfred ein Italiener war.—-

Ich bekam einen 1000-Lira-Schein von der nonna, was wohl Oma heißen musste, da es sich um eine ältere Frau handelte, die gerade bei den Donatellos zu Besuch war. Sie war ganz in Schwarz gekleidet, so wie es auch bei uns üblich war, wenn ein naher Verwandter verstorben war.

1000 Lire,—- unglaublich—-. Alleine die Zahl 1000. Ich fühlte mich wie ein Millionär, von dem ich auch nicht wusste, was das bedeutete.  Auf der Vorderseite war Maria Montessori abgebildet, was ich aber erst sehr viel später herausfand.

Es sollte das Geld für mein erstes Glas Primitivo sein, wenn ich in Alberobello sein würde.  —-

10 Jahre später war es soweit. Per Anhalter, mit dem Zug und Bus ging es in den Süden Italiens.—- Da stand ich nun auf dem zentralen Platz in Alberobello. Den 1000-Lira-Schein in der Hand haltend, von dem ich nun den wirklichen Wert wusste, ging ich in die nächste Osteria.—- „Per fare bella figura“ – und damals hatte ich noch eine recht schöne Figur – wollte ich eine gute Figur machen und bestellte auf Italienisch „un bicchiere da vino“. Peinlich berührt musste ich feststellen, dass hier wohl ein Missverständnis vorlag, saß ich doch nun vor einem leeren Weinglas.—- Damals war mir die Bedeutung der Präpositionen nicht so bekannt, ein Makel der auch heute noch bisweilen auftaucht.—- Um mich aus der Situation zu retten, bestellte ich noch eine „bottiglia di birra“. Und so trank ich mein erstes Bier aus einem Weinglas, was beim Kellner zu einem offenen Mund führte. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen einem gewissen Herrn Moretti und mir, die bis auf den heutigen Tag anhält. Ihr findet übrigens den Herrn auf dem Etikett einer italienischen Biermarke abgebildet. In dem Sinne „alla Salute“ oder auch Prost und alla prossima puntata del nostro podcast il vostro Manfred.

Eine Reise mit Super-Mario durch die Welt der Präpositionen

Hallo und Buon giorno!

Ich begrüße alle Italien-Freunde und freue mich, dass Ihr den Weg zu mir gefunden habt.

Mein Name ist Mario. Ich bin aber kein Italiener und musste mir meine Sprachkenntnisse genauso mühsam aneignen wie Ihr. Zur Zeit studiere ich an der Universität in Düsseldorf, und ich würde in den nächsten Wochen gerne meine Erfahrungen mit Euch teilen. Vielleicht hilft Euch das.

Viele Ausländer stöhnen über die deutsche Sprache: Deutsche Sprache – Schwere Sprache, sagen sie!

Aber auch für uns Deutsche sind Fremdsprachen schwierig zu lernen. Vor allen Dingen, sind viele  Begriffe nicht einfach eins zu eins übersetzen, sondern man muss eine gewisse Umschreibung vornehmen.

Also eigentlich auch: Italienische Sprache – Schwere Sprache. Daher möchte ich Euch ab und zu ein paar Begriffe erläutern und veranschaulichen, wie unsere teilweise recht monströsen Wortbildungen in italienischen Konstruktionen umgesetzt werden. Die Begriffe werde ich in kleine Geschichten einwickeln, dann sind sie leichter zu behalten.

Mit dieser Geschichte fange ich an:

Als ich italienisch noch nicht so weit fortgeschritten war, war ich einmal in einem Hotel in Bergamo. Morgens beim Frühstück habe ich vergessen, meine Anzugjacke auszuziehen, und natürlich: das rächte sich dann prompt, ich kleckerte auf meine Jacke.

Ich lief zur Rezeption, um um Hilfe bei der Reinigung zu bitten. Dummerweise vergaß ich, sie mitzunehmen, so dass ich den Schaden nicht zeigen konnte. Aber da ich ja so perfekt in meinem Italienisch war, dachte ich, was soll’s, kann ich ja erklären. Ich sagte der Dame am Empfang also, dass ich colazione al sacco“ hätte, ob sie helfen könnte. Die Dame sagte mir, „certo“ könne sie helfen, sie käme gleich an meinen Platz.

10 Minuten später kam sie dann auch und brachte mir – ein Lunchpaket!!! Auf meine Frage, was ich damit solle, sagte sie erstaunt: ma Lei aveva chiesto una colazione al sacco!!!

Junge, war mir das peinlich, da hatte ich wohl irgendwas falsch übersetzt…

Tja, komisch, was hatte ich denn da übersetzt?

Was hatte Frühstück mit einem Sakko zu tun? Ich kannte „Sakko“ als Bezeichnung einer Anzugjacke oder auch einzelnen Damenjacke, und dachte, dass das Wort, das sich ja nur durch zwei k unterscheidet, im deutschen und italienischen das Gleiche meint. Aber das italienische  „sacco“ ist eben im Deutschen „Sack“.

Und „Colazione (also Frühstück) al sacco“ ist ein Lunchpaket.

Die Präposition al kann ich mir seitdem merken, indem ich einfach an meine furchtbare Übersetzung denke: al sacco, also „am“ Jackett.

Nun musste ich  verschiedene Dinge erledigen, unter anderem auch mein Sakko reinigen lassen. Also ging ich noch einmal zur Rezeption, klärte das Missverständnis mit dem Lunchpaket und trug meine Bitte vor, dass das Sakko wiederhergestellt werden müsste.“Certo, subito. Non si preoccupi!“. „Grazie mille, un problema veniva dopo l’altro“. (Damals hatte ich von italienisch wirklich überhaupt noch keine Ahnung.) Sie guckte mich etwas irritiert an und meinte schließlich:“infatti, è come una reazione a catena„.

Damit war ich dann schon wieder überfordert:

Catena, war das nicht ein Ort in Italien? „Reazione“ kannte ich, Reaktion. Aber worauf bezog sich  das dann?

Dann fiel mir ein, was mich früher, wie viele deutsche Fußballfans, so an den Länderspielen zwischen Deutschen und Italienern genervt hat: Das Catenaccio!

Dieser Begriff ist in die Geschichte des Fußballs eingegangen und bezeichnet die damalige Strategie der Italiener, eine unüberwindbare Abwehrkette aufzubauen.

Wegen dieser Taktik ging jedes Spiel gegen Italien verloren.

Catenaccio kommt von „Catena“ = Kette. Es handelt sich also um eine „Reaktion zu einer Kette“. „Zu“ wird im Italienischen oft mit „a“ übertragen, so dass der Begriff dann „reazione a catena“ heißt.

Es war inzwischen Mittag geworden und wieder Zeit, etwas zu essen.

In einem Restaurant ließ ich mir die – natürlich italienische – Speisekarte bringen. Mit einem Gericht konnte ich überhaupt Nichts anfangen: „Pesce alla brace„.

Schon verknoteten sich meine Gehirnwindungen wieder.

Was hatte ein Pfirsich mit einer Geige zu tun? Dann fiel mir ein, dass Pfirsich j“pesca“ heißt und nicht „pesce“, also Fisch. Und das deutsche „Bratsche“ war doch sicher nicht das italienische „brace“.

Mir fielen meine Freunde in Marseille ein. Die hatten einen super tollen Holzkohlegrill gebaut, auf dem wir oft frischen Fisch grillten. Dabei verwendeten wir Reisig und kleine Zweige für die Glut. Angesichts der Glut hieß es dann: „c’est une bonne braise“. „braise“ ist die Glut.

Die Eselsbrücke über das französische „braise“ hilft mir auch heute, wenn ich das italienische „brace“ sehe oder höre. Damit ist also die Holzglut gemeint.

Auch für die Verbindung der Wörter gibt es eine Brücke: Gerichte werden auch im Deutschen oft „an“ Etwas angeboten: Lachs an Vinaigrettesauce zum Beispiel. Das Partizip des Deutschen wird dann oft mit a + Substantiv übersetzt, also in diesem Fall, weil brace weiblich ist, mit „alla“. Also zusammen: „pesce alla brace“.

Fazit: hätte ich nicht gekleckert, hätte ich nicht diese drei schön klingenden italienischen Begriffe kennengelernt:

– colazione al sacco/ Lunchpaket

– reazione a catena/ Kettenreaktion

– pesce alla brace/ Fisch vom Holzkohlegrill

Ich hoffe, das Zuhören hat Euch Spaß gemacht, und Ihr habt auch was dabei gelernt.

Vielleicht hören wir uns ja bald wieder mit einer neuen Episode von Super-Mario?

Also, tschüss dann, bis zum nächsten Mal!

Mario

Liebe, Eifersucht und Mode in Bella Italia

Buongiorno a tutti!

Ich begrüße euch herzlich zu einer neuen Folge unseres Podcast der Romanistik.

Mein Name ist Nastja und ich werde euch heute eine kleine „spannende“ Geschichte erzählen in der ihr vielleicht die ein oder anderen Präpositionalkonstruktionen heraushören könnt.

Wie wir alle wissen findet man in Italien ganz typisch nicht nur das beste Gelato oder die beste Pizza. Man findet faszinierende Kunstwerke und Ikonen der Geschichte des römischen Reichs und normalerweise denkt man direkt an die tollen Künstler der Renaissance: Michelangelo oder Da Vinci.

Wenn wir aber grade von Ikonen sprechen: Einige der größten und entscheidendsten Modehäuser und Designer entstammen unserer Bella Italia. Darunter ein ganz entscheidender Mann: Maurizio Gucci.

Heute möchte ich euch ein wenig von seiner Geschichte erzählen.

Maurizio Gucci wurde am 26. September 1948 in Florenz a trecento chilometri da Milano geboren. A trecento chilometri da Milano das bedeutet dreihundert Kilometer von Mailand entfernt.

Maurizio Gucci war ein italienischer Unternehmer und Leiter des Modehauses Gucci. Ein italienisches Modeunternehmen für Damen, Herren und Kindermode und Accessoires. Gucci war zunächst bekannt für seine Lederwaren darunter Taschen, Reisegepäck, Gürtel sowie Le scarpe di cuoio, wörtlich übersetzt wären das nämlich Schuhe aus Lederoder wie wir heut zu Tage vereinfacht sagen:  Lederschuhe.

Maurizio Gucci heiratete 1972 seine wunderschöne Frau Patrizia Reggiani mit der er später zwei Töchter hatte und zog mit ihr gemeinsam im selben Jahr nach New York um dort mit seinem Onkel Aldo Gucci das Luxusunternehmen voranzutreiben.

Zehn Jahre später kehrte er nach Mailand zurück und begann einen juristischen Krieg gegen seinen Onkel Aldo zu führen um die Kontrolle über das Unternehmen für sich zu gewinnen, nachdem er nach dem Tod seines Vaters Mehrheitsaktionär von Gucci geworden war.

Maurizios Vater Rodolfo war übrigens gegen die Ehe seines Sohnes, da er Patrizia für eine falsche Frau hielt welche nur das Geld vor Augen hatte. Als Maurizio zurück nach Florenz ging und einen Freund schickte um Patrizia mitzuteilen, dass die Ehe beendet sei und er nicht mehr zurück kehren würde, reagierte diese mit einer scena di gelosia. Einer Szene der Eifersucht, da sie dachte Maurizio hätte sie während seiner Abwesenheit mit einer anderen Frau Betrogen. Ein Jahr später floh Maurizio nach dem Vorwurf die Unterschrift seines Vater gefälscht zu haben in die Schweiz um Erbschaftsteuer zu vermeiden und wurde 1989 zum Vorsitzenden der Gucci Group ernannt worauf hin die Finanzen des Unternehmens erstmals stark ins Minus gerieten.

Erst daraufhin begann er eine Beziehung mit Paola Franchi, welche ursprünglich eine Freundin des Ehepaars war. Einige Jahre später verkaufte er die letzten Aktien des Unternehmens für 170 Millionen Dollar an Investcorp, ein Amerikanisches Investmentunternehmen und beendete damit die Verbindung zu seiner Familie und der Marke Gucci. Nachdem die Scheidung abgeschlossen wurde begannen Maurizio und Paola mit der Planung ihrer Hochzeit wobei Maurizio am 27. März 1995 auf dem Weg zur Arbeit von einem Auftragsmöder in Mailand a trecenti chilometri da Firenze ermordet wurde. Seine Ex Frau Patrizia wurde für den Mord verurteilt. Motive dafür waren auch hier una scena di gelosia, also eine Szene der Eifersucht sowie Geldgier. 

Das war die Geschichte von Maurizio Gucci kurz zusammengefasst und falls euch die Geschichte gefallen hat könnt ihr gerne den dazu gehörigen Film “ House of Gucci” mit der Hauptrolle Lady Gaga anschauen oder euch das gleichnamige Buch zulegen um dem Drama weiter auf die Spur zu gehen.

Wahrscheinlich konntet ihr sogar die ein oder anderen Präpositionalkonstruktionen raushören und vielleicht auch was dazu lernen. Damit verabschiede ich mich von euch und verweise euch auf die anderen folgen unseres Podcast in denen ihr einige tolle Geschichten meiner Kommilitonen hören könnt.

Ciao

Nastja

Von Abendkleidern und Hohen Absätzen

Hey, ich bin Paulina und Studentin der Romanistik im Masterstudiengang an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Ich werde euch heute drei Begriffe mit den Präpositionen da, con und del vorstellen und dazu erzähle ich euch eine kleine Geschichte über das Feiern.

Als ich klein war stand meiner älteren Schwester eine wichtige Feier bevor. Es war eine sehr wichtige Angelegenheit und sie musste sich sehr festlich Anziehen.

Sie brauchte ein abito da sera, was wörtlich: Kleidung für den Abend bedeutet.

Allerdings ist hier nicht die Abenkleidung für beide Geschlechter gemeint, sondern einzig für die Damen, nämlich ein Abendkleid. So sind wir also: meine Mutter, meine Schwester und ich auf die Suche nach dem passenden abito da sera losgegangen. Die Auswahl war riesig, es gab so viele Modelle und die hatten alle eigene Namen: Babydoll, Cocktail,- oder Etuikleid, das kleine Schwarze, Epirekleid oder Prinzesskleid. Vor allem das letzte gefiel mir besonders gut und aus meinen Kinderaugen betrachtend fand ich wirklich, dass die Frau die sowas anzieht sich ganz gewiß wie eine Prinzessin fühlen muss. Als nach stundenlanger Suche ein wunderschönes Abendkleid endlich ausgesucht war, standen wir vor einer erneuten Suche: um den edlen Look zu vollenden brauchte sie noch le scarpe con tacco alto, also Schuhe auf bzw. mit hohem Absatz. Und auch hier war die Produktpalette riesig: Blockabsatz, Keilabsatz, Trichterabsatz, Stiletto. Hier erfuhr ich auch, dass Schuhe ab 6cm Absatzhöhe, als hohe Schuhe bezeichnet werden und welche ab 10cm als High- heels. Meine Schwester, die in ihrem Styling gerne zu Extravaganz neigte, entschied sich natürlich für die Letzteren und auf die mit Sorge gestellte Frage meiner Mutter ob sie damit gehen könne, antwortete sie: ja, natürlich.

Als sie am Abend in ihrer Aufmachung aus dem Zimmer kam, stockte mir der Atem: in ihren cremefarbenden abito da sera, ihren golschimmernden scarpe con tacco alto und ihren gewellten, langen Haaren, sah sie wirklich wie eine Prinzessin aus.

Die Feier fand in einer benachbarten Stadt statt und meine Mutter fuhr sie und ihre ebenso festlich gekleideten Freundinnen mit dem Auto dahin. Da wir direkt neben einem Zugbahnhof wohnten und die Feierlocation sich auch neben einem Bahnhof befand, wollten sie alle, da wir Nachbarn waren nach der Feier in der Gruppe mit dem Zug nach Hause zurückkommen. Den Verlauf dieser Rückkher erfuhr ich später aus der Erzählung meiner Schwester: sie hatten einen wundervollen Abend, es wurde gesungen und getanzt. Als die Feier langsam zu Ende ging, machten sich die Mädels langsam bereit aufzubrechen um die partenza del treno, die Abfahrt des Zuges, wohlgemerkt des letzten Zuges diesen Abends noch pünktlich zu erreichen. Als sie sich schon von allen Freunden verabschiedet haben und im Begriff waren rauszugehen, spielte die Band noch das eine Lied. Ihr Lied, wie sie immer sagten, das Lied ihrer Freundschaft: Das konnten sie sich unmöglich entgehen lassen, das eine Lied zusammen zu tanzen, ihre Freundschaft so zu feiern, das würden sie noch schaffen. Und dann, ganz, ganz schnell zum Zug laufen und nach Hause fahren. Ob das Lied nun länger als gewohnt oder das Feiern der Freundschaft so ausgiebig war ist bis heute nicht klar. Als sie nach dem Lied auf die Uhr schauten, hatten sie nur noch wenige Minuten um den Bahnhof zu erreichen um die partenza del treno nicht zu verpassen. In Panik geraten, liefen sie nach Draußen, sie mussten jetzt sehr schnell sein sonst wären sie gezwungen dort zu übernachten. Sowas wie Uber gab es damals noch nicht, für ein Taxi hätten sie ein Vermögen ausgegeben und die wenigen Freunde die mit dem Auto kamen.

Eine Reise von Düsseldorf nach Francoforte sul Meno

Herzlich willkommen zum Podcast des Instituts für Romanistik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Mein Name ist Felix und ich studiere Romanistik mit dem Schwerpunkt Italienisch. Heute möchte ich euch etwas über italienische Wörter und ihre deutschen Übersetzungen erzählen – und zwar mit besonderem Fokus auf Präpositionen. Aber was waren nochmal Präpositionen? Im deutschen sind die Wörter „an, bei, in, und von“ zum Beispiel Präpositionen und im Italienischen fallen unter anderem „in, a, su, di und da“ in diese Wortart.

Und was hat das alles jetzt mit Italienisch zu tun? Nun, ich werde anhand von drei italienischen Ausdrücken veranschaulichen, wie unterschiedlich in beiden Sprachen mit Präpositionen Wörter gebildet werden und euch gleichzeitig aber auch Eselsbrücken zeigen, mit denen man sich das ganze direkt viel leichter merken kann. Schließlich kann man sich Sprache auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen nähern, doch für den Anfang starten wir mit etwas, das uns als Düsseldorfern nur allzu gut bekannt sein dürfte:

Was findet einmal im Jahr in Düsseldorf statt? Richtig, der Japantag. Und womit endet abends jedes Mal der Japantag? Mit dem großen Abschluss-Feuerwerk. Für viele Besucher ist es das Highlight des Tages und es wird schwer, in der Umgebung eine vergleichbar schöne Choreo am Himmel zu sehen. Obwohl – in Italien würde man vielleicht eher von Kunst sprechen, denn dort nennt man ein Feuerwerk auch „i fuochi d’artificio“. Dies bedeutet wörtlich übersetzt in etwa „Feuer der Künste“ und erinnert mich zumindest stark an die englischen Begriffe „art“ und „artificial“, die von ihrer Bedeutung her auch in dieselbe Richtung wie artificio gehen. Und was hat das jetzt mit Präpositionen zu tun? Nun, i fuochi d’artificio werden mit einem d‘ vor artificio geschrieben, was die Kurzform von di ist und so viel wie vonoder aus bedeutet. Im Deutschen kennen wir solche durch Apostroph versteckte Präpositionen nicht, i fuochi d’artificio sind hierfür aber ein schönes Beispiel. Wenn ihr also das nächste Mal ein Feuerwerk sehen solltet, wisst ihr, was alles in i fuochi d’artificio steckt.

Sollte euch abends beim Japantag zu kalt werden, dann wäre es besser, etwas Wärmeres anzuziehen. Abhilfe kann zum Beispiel eine „giacca in lino“ leisten. Welches Kleidungsstück sich hinter dem Wort „giacca“ versteckt, ist glaube ich nicht schwer zu erraten. Aber eine Jacke – in lino? Spätestens wenn man sich die deutsche Übersetzung  – Leinenjacke – anguckt, fällt es einem wie Schuppen von den Augen. Aber warum in? Anhand dieser Konstruktion lässt sich ein weiteres Mal veranschaulichen, wie unterschiedlich im Deutschen und Italienischen Wörter gebildet und Präpositionen verwendet werden. Im Deutschen würde man zwar durch die Kombination Leinen-Jacke implizit zum Ausdruck bringen, dass die Jacke aus Leinenstoff ist, aber so explizit wie beim Italienischen giacca in lino würde man es nicht ausdrücken. Dennoch gibt es eine gute Eselsbrücke, mit der man sich auch diesen Ausdruck merken kann. Früher hat man im Deutschen, wenn man über die Kleidung eines anderen sprach, auch sagen können, er habe eine „Jacke in Leinen“ getragen und auch heute noch kann man jemanden als „ganz in Leinen gekleidet“ bezeichnen. Das wirkt zwar zugegebenermaßen etwas veraltet, zeigt aber auf der anderen Seite auch, wie sich Sprache im Laufe der Zeit verändert. So oder so: wem am Abend kalt ist, der sollte sich in etwas Warmes kleiden, zum Beispiel in eine giacca in lino.

Kommen wir nochmal zur japanischen Community in Düsseldorf zurück:

Diese ist zwar die größte in ganz Deutschland, doch eine andere Stadt holt diesbezüglich kräftig auf: Frankfurt am Main. Oder sollte ich lieber sagen: auf dem Main? Denn im Italienischen heißt das deutsche Finanzzentrum „Francoforte sul Meno“, was in zweifacher Hinsicht doppeldeutig ist. Zum einen heißt Meno ins Deutsche übersetzt sowohl weniger als auch Main und zum anderen ist su bzw. sul eine italienische Präposition, die im Deutschen mehrere Bedeutungen hat, aber oft wie das Wort „auf“ benutzt wird. Sie wird aber auch für Städte an einem Fluss benutzt, zum Beispiel bei Valeggio sul Mincio oder Francoforte sull’Oder.

Dass mit Meno ein Eigenname und nicht das Wort „weniger“ gemeint ist, kann man sich anhand der Großschreibung noch erschließen, aber wieso ist Francoforte auf dem Fluss? Je länger man jedoch darüber nachdenkt, desto mehr Sinn ergibt diese Bezeichnung, denn Frankfurt erstreckt sich über beide Ufer das Mains und liegt damit in gewisser Weise tatsächlich auf dem Fluss.

Wer sich übrigens immer noch fragt, warum mal von su und mal von sul gesprochen wird, der muss sich nur an das Gesagte zu den fuochi d’artificio zurückerinnern. Im Italienischen werden Artikel, Wortanfang und/oder Präpositionen oft miteinander verschliffen und so wird aus Francoforte su il MenoFrancoforte sul Meno. Wie das im Detail funktioniert, müssen wir aber in einer anderen Folge besprechen.

Fassen wir nochmal zusammen, was wir heute gelernt haben:

  • I fuochi d’artificio sind besonders abends ein wahres Feuerwerk und stammen nicht umsonst vom Wort für Kunst ab.
  • Wer sich in Leinen kleiden möchte, sollte am besten zur giacca in lino greifen.
  • Und besucht man Francoforte sul Meno, dann ist man wortwörtlich auf einem Fluss aber insbesondere in Frankfurt am Main.

Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit und Zeit, vielleicht können wir bald wieder etwas zusammen lernen.

Euer Felix

Ein Sommerabenteuer in Triest

Hallo Leute!

Herzlich Willkommen zum Podcast des romanistischen Instituts der Heinrich Heine-Uni! Ich bin Gabriella, studiere Anglistik und Romanistik und heute möchte ich euch ein wenig über Präpositionen im Italienischen erzählen.

Aber erstmal:

Wenn ihr eine neue Sprache lernt, dann wisst ihr bestimmt, dass es manchmal nicht so einfach ist, die Grammatik zu verinnerlichen und richtig anzuwenden. Man vergisst ein „accento“, es schleichen sich „falsi amici“ in den Satzbau ein, oder man vergisst wieder einmal, welche Präposition verwendet werden muss.

Heute möchte ich deshalb eine kleine Sommergeschichte erzählen und euch somit drei Präpositionalkonstruktionen näherbringen. 

Siete pronti? 

Vor einigen Jahren habe ich endlich wieder meine beste Freundin getroffen, die in Triest studiert. „La cittá di Trieste“, die Stadt Triest ist die Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien. Die Präposition „di“ wird hier benutzt, um eine Sache oder eine Person, in diesem Fall die „cittá“, also die Stadt, näher zu bestimmen. Wir bestimmen hier also, um welche Stadt es sich genau handelt.

„La cittá di Trieste“ ist bekannt für einige sehenswerte Orte, unter anderem der Platz der Einheit Italiens, die Mole und der Hafen sowie das Schloss Miramare.                                  Eine Woche lang haben meine Freundin und ich Triest erkundigt, haben einen Tagestrip nach Múggia gemacht und ganz viel gelato gegessen. Vor allem eine kleine Eisdiele hatte es uns damals angetan, welche leckeres hausgemachtes Eis hergestellt hat. Wir beide haben uns für das „gelato alle fragole“, also Erdbeereis, entschieden. Da wir hier nach der Präposition einen bestimmten Artikel brauchen, verbinden wir die Präposition „a“ mit dem bestimmten Artikel im Plural, also „le“. „Alle“ wird hier benutzt, um die Geschmacksrichtung oder auch die Hauptzutat des Eises zu definieren, also „fragole“, beziehungsweise Erdbeeren.  

Mit unserem „gelato alle fragole“ konnten wir am Molo Audace den Sonnenuntergang genießen und planten unsere weiteren Tage in der sonnigen Hafenstadt.

Übrigens, im Frühjahr sammeln sich Quallen, sogenannte Lungenquallen am Hafen von Triest an. Manchmal werden es so viele, dass man sogar von Quallenblüten sprechen kann. Also, Augen auf bei eurem nächsten Triest Urlaub!

Unser nächstes Ziel war das Schloss Miramare.

Zu diesem Schloss hat es meine Freundin und mich an einen warmen Sommertag im August geführt. Nach einer Reise entlang des „Lungomare“, so heißen Strandpromenaden im Italienischen, konnten wir schon das wundervolle, weiße Schloss sehen, welches sich auf einer Felsenklippe über die Adria erstreckt. Tatsächlich bedeutet Miramare so viel wie Meeresblick, und genau diesen Meeresblick konnten wir an jenem Tag genießen. Das Schloss wurde im Jahr 1856 für Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich und seine Ehefrau Charlotte von Belgien in Auftrag gegeben. Heute dient das Schloss Miramare eher als öffentliches Museum und ist ein wichtiger Teil Triests.

 Aber kommen wir zurück auf den August. „Il mese d’agosto“, der Monat August, spielt in Italien eine sehr wichtige Rolle. In diesem Monat finden wir den Ferragosto, den katholischen Feiertag Maria Himmelfahrt, der am 15. August fällt. Zugleich ist es auch der heißeste Tag des ganzen Sommers und läutet gleichzeitig die Sommerwende ein. Im Begriff „d’agosto“ versteckt sich die Präposition „di“. Genau wie in „la cittá di Trieste“, verdeutlicht „di“, um welchen Monat es sich genau handelt. Da der August, also „agosto“ mit einem Vokal beginnt, schreiben wir statt „di agosto“, „d’agosto“, also d mit Apostroph.

An diesem Tag nimmt sich fast ganz Italien frei und verbringt Ferragosto am Strand, in den Bergen oder auf dem Land, wo man mit Familie und Freunden Zeit verbringt und den Tag genießt. Der Ferragosto ist fest verankert und fester Bestandteil im „mese d’agosto“ in Italien.

Ich habe diesen besonderen Tag mit der Familie meiner Freundin auf dem Land verbracht. Wir saßen um ein Lagerfeuer, grillten und erzählten uns witzige Geschichten. So neigten sich die letzten Tage in Triest dem Ende zu. 

Das war meine sonnige und aufregende Woche „nella cittá di Trieste“ „nel mese d’agosto“. Ich hoffe, euch hat meine kleine Sommergeschichte gefallen. Und wer weiß, vielleicht sitzt ihr bald auch mit einem leckeren „gelato alle fragole“ am Molo Audace und beobachtet den Sonnenuntergang und das schimmernde Meer.

Ich verabschiede mich an dieser Stelle, aber wenn ihr mehr hören wollt, klickt euch doch mal durch die weiteren Folgen dieses Podcast! Viel Spaß e a presto!

Präpositionen im Wandergepäck

Hallo zusammen und herzlich Willkommen beim Podcast der „Italienisch Sprachpraxis“ des romanistischen Instituts der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Mein Name ist Julia und ich studiere Transkulturalität mit den Sprachmodulen Germanistik und Italienisch. Heute möchte ich Euch drei italienische Ausdrücke näherbringen, die durch eine besondere Konstruktion entstehen: Sie bestehen aus der Verbindung zweier Wörter durch eine Präposition. Präpositionen werden auch „Verhältniswörter“ genannt und stellen zeitliche, kausale oder räumliche Beziehungen zwischen Wörtern und Wortgruppen her. Im Italienischen gibt es so zum Beispiel die Präposition „di“, die bei Fragen zur Herkunft verwendet wird:  „Di dove sei?” (Woher bist du?) – „Sono di Düsseldorf.” (Ich bin aus Düsseldorf). Auch zur Angabe aus welchem Material etwas besteht wird „di” verwendet: „camicia di cotone” ( Hemd aus Baumwolle). Oder bei bestimmten Verben und Ausdrücken: „Finisco di lavorare alle due.” (Ich höre um zwei auf zu arbeiten). Die Präposition „da” wird verwendet, um „seit” auszudrücken: Vivo qua da 3 anni. (Ich lebe seit 3 Jahren hier). Oder um „von…bis” auszudrücken:  „Sono dalle 8 a 5 nell´ufficio.“ (Ich bin von 8 bis 5 Uhr im Büro). Man kann aber auch Angaben zum Zweck eines Gegenstands machen, wie „scarpe da calcio” (Fußballschuhe). 

Auch meine Ausdrücke, die ich heute vorstellen möchte beinhalten die beiden Präpositionen „di“ und „da“. Beginnen wir also!

Stellt euch vor das Sommersemester ist beendet, alle Prüfung wurden mit Bravour gemeistert und ihr befindet euch nun endlich im wohlverdienten Sommerurlaub im Norden Italiens, wo ihr ein paar Tage in den Bergen verbringen werdet, um den Kopf vom ganzen Lernstress frei zubekommen und Kraft fürs kommende Semester zu tanken.

Vorbereitet mit Sack und Pack beginnt ihr eine Wanderung. Genauso habt ihr euch euren giornod’estate vorgestellt. Doch Moment mal, was bedeutet das eigentlich?

Ungiornod’estate, wie man im Italienischem sagen würde bedeutet im Deutschen „ein Sommertag“. Vielleicht erinnert das Wort l’estate den einen oder anderen an das französische Wort l’été, das ebenfalls Sommer bedeutet. Die Herkunft der beiden Wörter ist aus dem Lateinischen Wort „aestas“. Die Präposition „d + Apostroph ist hier die grammatikalisch richtige, da das Substantiv mit einem der fünf Vokale anfängt, nämlich „e“. Das „un“ am Anfang der Konstruktion bedeutet „ein“. Es wird die maskuline Form des Pronomens gewählt, da „il giorno“ (der Tag) ebenfalls maskulin dekliniert wird.

Die Wanderung kann also weitergehen.

Bei der Hälfte der Wanderung beschließt ihr eine kleine Pause einzulegen. Ihr setzt euch auf eine Bank, packt euer Proviant aus und genießt die tolle Aussicht auf die Berge. Doch plötzlich hört ihr etwas, das euren Essensgeräuschen ähnelt. Ihr schaut euch um und könnt erkennen, dass die Geräusche aus der Richtung eines Felsens kommt, der nah bei euch liegt. Ein paar Sekunden später steht dann plötzlich unanimaledallecornaappuntite vor euch! Was genau ist das?

Unanimale“ erinnert ganz schnell an das aus dem englisch stammenden Wort „animal“. Auf Deutsch übersetzt handelt es sich hierbei also um ein Tier. Ein Tier dallecornaappuntite?! Was genau aber soll das heißen? „corna“ kann man ebenfalls aus dem Lateinischen Wort „cornu“ herleiten, was im Deutschen mit „Horn“ übersetzt wird. Merken kann man sich also ganz gut, dass sich „Horn“ auf „corn“ reimt und man im Italienischen noch den Buchstaben „a“ ans Ende hinzufügen muss. Die Singularform „corno“ hat hier zwei Pluralformen, die jeweils unterschiedlich verwendet werden. Der feminine Plural „corna“ wird im Zusammenhang mit idiomatischen, redensartlichen Redewendungen benutzt: „Ti amo, ma non è che mi metti le corna?“ (Ich liebe dich, aber hast du mich nicht betrogen?). Die männliche Pluralform „i corni“ wird für alle anderen Bedeutungen verwendet. Zum Beispiel im Zusammenhang eines Orchesters: „Nell’orchestra ci sono anche i corni“. Übersetzt wird dieser Satz mit „Im Orchester gibt es auch Hörner“. Damit ist das Blechblasinstrument „Horn“ gemeint. Doch kommen wir zurück zur der Konstruktion „un animale dalle corna appuntite“, also ein Tier, das mit Hörnern versetzt ist. Die Präposition „da“ wird hier verwendet, um zu zeigen, dass das Tier mit Hörnern versetzt ist. Diese Hörner werden nun noch näher bestimmt durch das Adjektiv „appuntite“. Im Deutschen wird es mit „spitz“ übersetzt. Eine kleine Merkhilfe bietet hier der Bereich der Musik. „punta d’arco“ bedeutet nämlich „Ein Instrument mit der Spitze des Geigenbogens zu spielen“. „punta“ befindet sich im Wortstamm von „appuntite“.

Nachdem ihr also eure Vesperpause beendet habt und „unanimaledallecornaappuntite“, ein Tier, das mit Hörnern versetzt ist, ausreichend bestaunt habt macht ihr euch weiter auf den Weg zur Spitze des Berges.

Euch fällt langsam auf, dass die Wärme, die ihr zuvor gespürt habt nun langsam herabfällt. Ihr schaut auf euer Handy und es zeigt euch la temperatura di 20 gradi an. „La temperatura“ wird mit „ die Temperatur“ übersetzt, was man sich sehr gut merken kann, da die Wörter im Wortstamm identisch sind.„gradi“ ist einfach sich zu merken und wird im Deutschen mit „Grad“ übersetzt. Dabei ist „gradi“ die Pluralform von „il grado“ und wird maskulin dekliniert. Die Präposition „di“ in „la temperatura di 20 gradi“ wird in diesem Kontext mit „von“ übersetzt und beschreibt die Temperatur näher. Somit lautet die komplette Übersetzung „eine Temperatur von 20 Grad“. Ihr könnt auch alle anderen Temperaturgrade angeben, denn die Konstruktion bleibt dieselbe. Nun zieht ihr eure Wanderjacke an und lauft weiter.

Oben am Ziel angekommen habt ihr nun endlich eure Wanderung erfolgreich geschafft und auch noch drei italienische Ausdrücke mit Präpositionen dazugelernt und könnt bei eurer nächsten Wanderung an diese denken.

Somit ist diese Episode beendet. Ich wünsche euch noch einen schönen giornod’estate (einen schönen Sommertag), und ich hoffe ihr habt la temperatura di 20gradi, (eine Temperatur von 20 Grad), um an die frische Luft zu gehen. Haltet euch jedoch lieber fern vom animaledallecornaappuntite (ein Tier, das mit Hörnern versetzt ist)! Zu guter letzt hört euch doch gerne die anderen Episoden zu den Präpositionalkonstruktionen an. Ich bedanke mich fürs Zuhören! A presto!

Unterwegs in der Toskana: Zwischen Erbe und Abenteuer

Herzlichen Willkommen zur heutigen Ausgabe des Podcast des Romanistischen Instituts der Heinrich-Heine-Universität. Mein Name ist Dimitri und ich erzähle euch heute eine Geschichte, in der drei Begriffe auftauchen werden, die im Italienischen die Präposition „a“ benötigen. Viel Spaß beim Zuhören und hoffentlich kommt ihr auf die Schliche, um welche Begriffe es sich dabei handelt. Legen wir los!

Michele, Romanistikstudent und begeisterter Hobbyfotograf, erhielt zu seinem Geburtstag von seinem Großvater ein besonderes Geschenk. Es war eine alte Kamera mit der sein Großvater nicht nur die Schönheit seiner Heimat Italien einfing, sondern auch alle Familienmitglieder porträtierte. Michele war überglücklich über diese Geste seines Großvaters, dem Fotografen und versprach ihm, dass er mit seinem neuen Wegbegleiter, der alten Kamera, auf eine Reise gehen würde. Sein Weg führte ihn direkt nach Italien, in ein verschlafenes Dorf in der Toskana, aus dem sein Großvater stammte. Es war richtig hier mit der Reise zu beginnen, dachte sich Michele als sein Blick die goldenen Sonnenblumenfelder auf den sanften Hügeln hinter dem Dorf streifte. Er fing diesen Moment mit seiner Kamera
ein und spürte die tiefe Verbundenheit zu seinem Großvater.

Michele wusste, dass es erst der Beginn seiner Reise war. Er reiste von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf. Eines Abends fand er sich am Rande eines dichten Waldes wieder. Die Sonne ging langsam unter, und Michele wusste, dass er ein geeignetes Lager für die Nacht finden musste. Er entschied sich, unter freiem Himmel zu schlafen und holte seinen „sacco a pelo“ heraus, einen warmen Schlafsack, der ihn vor der Kälte schützte. In der Nacht träumte Michele von all den erstaunlichen Orten, die er bisher besucht hatte. Der Traum motivierte ihn, um so mehr seine Reise zu verfolgen, egal wie abenteuerlich diese werden würde. Er rollte seinen „sacco a pelo“ zusammen und steckte ihn in seinen Rucksack.

Während Michele weiterreiste, stieß er auf eine kleine Stadt mit einer lebendigen
Kunstszene. Er konnte nicht widerstehen und betrat ein charmantes Fotogeschäft.
Dort entdeckte er „una pellicola a colori„, einen Farbfilm für seine Kamera.
Mit dieser pellicola a colori konnte er Fotos in lebendigen Farben aufnehmen und die Schönheit Italiens in all ihrer Pracht festhalten. Davon inspiriert, beschloss Michele, seine Reise mit einem Hauch von Magie fortzusetzen.

Er besuchte einen nahegelegenen Markt, auf dem ein mysteriöser Mann eine „valigia a doppio fondo“ verkaufte – einen Koffer mit einem doppelten Boden. Der Mann versicherte ihm, dass der Koffer magische Eigenschaften habe und alles verbergen könne, was Michele darin verstecken wollen würde.
Michele zögerte zunächst, kaufte jedoch schließlich die valigia a doppio fondo, da er
neugierig war, welche Geheimnisse sie verbarg. Er öffnete den Koffer und entdeckte eine versteckte Kammer, die groß genug war, um all seine Erinnerungen und seine Kamera sicher aufzubewahren. Von diesem Moment an wusste Michele, dass er mit Hilfe des Koffers seine Reise und die Schönheit Italiens auf einzigartige Weise dokumentieren konnte.

So setzte Michele seine Reise fort, mit seinem „sacco a pelo“ für erholsame Nächte, seiner „pellicola a colori“ in der alten Kamera, um die Farbenpracht festzuhalten,
und seiner „valigia a doppio fondo„, um seine Erinnerungen sicher zu verwahren.


Mit jedem Tag entdeckte er neue Wunder und schrieb seine eigene Geschichte, die in jedem Foto, das er machte, zum Leben erwachte. Am Ende seiner Reise kehrte Michele zu seinem Großvater zurück. Er zeigte ihm die wundervollen Fotos, die er aufgenommen hatte, und erzählte ihm von den Abenteuern, die er erlebt hatte. Sein Großvater war stolz auf ihn und wusste, dass Michele das Erbe der Familie auf besondere Weise weitertrug.

Ende.

Habt ihr all drei Begriffe aufschnappen können? Hier zur Kontrolle wiederhole ich erneut die
Begriffe: Schlafsack – Sacco a pelo; Farbfilm – pellicola a colori; Koffer mit doppeltem Boden – valigia a doppio fondo.

Wenn ihr euch noch unsicher seid, so hört gerne erneut rein. Viel Spaß beim Lernen und bis demnächst zu einer neuen Folge des Podcast des Romanistischen Instituts der Heinrich-Heine-Universität.
Ciao Ciao ihr Lieben!

Dimitri

Die Windmühlen des Don Quijote

Ciao ragazzi, ich bin Leonie, Studentin der Transkulturalität und Kunstgeschichte. Ihr hört den Podcast des Instituts für Romanistik der HHU, in dem ihr mehr über italienische Ausdrücke oder Redewendungen erfahren könnt.

Heute erzähle ich euch von drei Präpositionalkonstruktionen, die euch in der gesprochenen Sprache hin und wieder begegnen. Präpositionen haben einen eigenen Sinn, erweitern in diesen Sätzen aber auch die Bedeutung des Subjekts sowie des Objektes und fügen diese zusammen.

Spoiler: Mit den drei Konstruktionen, die ich ausgewählt habe, werden wir über das Frühstück, die Industrialisierung, und den spanischsprachigen Roman „Don Quixote“ sprechen. Hört gut zu, vielleicht könnt ihr die Verbindung schon erraten, bevor die Folge vorbei ist!

Beginnen wir mit der Konstruktion „un mulino a vento“. 

„Un mulino a vento“, eine Windmühle, ist eine rundliche Baustruktur, recht simpel und oft aus Stein gebaut, welche vier Segel hat. Diese haben eine rechteckige Form und dienen dazu, Wind aufzufangen. Er sorgt dafür, dass sich die Elemente im inneren der Mühle bewegen. Hier muss man die Präposition „a“ verwenden, da „un mulino a vento“ durch die Bewegung, welche der Wind erzeugt, funktioniert.

Im Innern der Windmühle findet man beispielsweise Maschinen, die Weizen zu Mehl verarbeiten, es gibt aber auch andere Gebräuche. Die Windmühlen gehören also zur Klasse der industriellen Bauten, sind aber nicht modern und gehören auch nicht zu den modernsten Maschinen und Industrien. Man benötigt Menschen, die die Apparate zusätzlich noch manuell betreiben.

„I mulini a vento“ findet man auf dem Land, meistens vereinzelt, nicht in Scharen.

Eine andere Konstruktion mit derselben Präposition wäre „macchina a vapore“, Dampfmaschine auf Deutsch, diese ist vielleicht etwas raffinierter und wurde in der ersten Phase der Industrialisierung im späten 18. Jahrhundert erfunden.

In Italien, wo das Frühstück etwas anders ist im Gegensatz zu dem, was wir hier in Deutschland morgens essen – Laugenbrötchen mit Käse, gerne Herzhaftes, dort etwas weniger und meist süß, bevorzugt- gibt es die Marke „Mulino Bianco“. Sie ist sehr bekannt, sagen wir, für Kekse verschiedener Sorten, die man in gelben Packungen finden kann. Versucht mal so eine zu finden, das nächste Mal, wenn ihr in Italien seid!

Der nächste Ausdruck, den ich ausgewählt habe, ist „cavallo da corsa“. Er bezieht sich auf einen Typ von Tier, das Pferd, welches trainiert wird, um möglichst schnell galoppieren zu können. „Corsa“ bedeutet hier „Rennen“ oder „Lauf“. Das erinnert mich persönlich an das Modell einer Automarke, den Opel Corsa.

Die Präposition „da“ erweitert das Pferd hier um seine Eigenschaften, sein Wesen. Sie zeigt uns an, es spezifisch als Rennpferd zu verstehen.

Vor der Erfindung des Autos war das Pferd eins der gewöhnlichsten Transportmittel, um sich von einem Ort zum andern zu bewegen. Heute sind die Pferdewettrennen ein Sport, der mit einer eigenen Industrie von Wettkampf, Wettbewerb, Wetten und Trainingsarten verbunden ist, die wiederum die spektakulärsten Ergebnisse erzielen sollen. Aber die meisten von uns, das ist klar, haben im Alltag keinen Kontakt mehr zu Pferden, geschweige denn „cavalli da corsa“.

Doch stimmt das wirklich? Es hat eine Überführung der Einheit, mit der man die Schnelligkeit der Pferde zur Schnelligkeit, die der Motor eines Autos erreichen kann, gegeben. Im Englischen nennt man das „horse power“, im Italienischen „cavallo vapore“, abgekürzt mit „CV“.

Italien kennt man unter anderem auch für schnelle Autos, zum Beispiel von Ferrari, Lamborghini und Maserati. Ferrari nimmt auch an Autorennen teil, Michael Schumacher zum Beispiel ist ihre Autos gefahren. Hier können wir eine andere Überführung finden: mit dem Wort „scuderia“ kann man sich sowohl auf den Ort, den Stall, beziehen, wo die „cavalli da corsa“ untergebracht werden, als auch die Boxen, in denen die Autos während der Rennen repariert werden.

Der letzte Ausdruck, von dem ich euch heute erzählen werde, ist „i problemi di Don Chisciotte“. Die Präposition verbindet hier das Objekt des Satzes, „i problemi“, mit dem Subjekt, „Don Chisciotte“. Er ist der Protagonist des gleichnamigen Romans, geschrieben von Miguel de Cervantes, welcher in zwei Bänden 1605 und 1615 veröffentlicht wurde. Darin geht es um den Armen Hirten Alonso Chisciano, sowie seinen Reiter Sancio Panza.

Alonso liebt es, Kavaliersromane zu lesen, welche Geschichten von ehrenvollen Rittern erzählen. Diese reiten starke Pferde und verlieben sich in die schönsten Frauen, die es gibt – die Frauen bewundern natürlich diese tollen Männer sehr und liegen ihnen zu Füßen. Alonso Chisciano will genau diese Attribute erreichen, bemerkt aber nicht, dass er das Projekt nicht verwirklichen kann. Sein Pferd ist alt – kein „cavallo da corsa“, die Frau, in die er sich verliebt, nichts Besonderes, und die Riesen mit rotierenden Armen, die er auf dem Land gefunden hat und besiegen will, um seine Ehre zu sichern, sind nur „mulini a vento“. Dies sind „i problemi di Don Chisciotte“, auch wenn er, wie wir im Buch erfahren, sie leider nicht bemerkt.

Das sind die drei Ausdrücke, von denen ich euch heute erzählen wollte. Ich hoffe, sie bleiben euch in Erinnerung.

Habt ihr Lust auf mehr, dann könnt ihr gerne in die anderen Folgen reinhören.

A presto!

Leonie